Entwicklungsplanung Inhaltsübersicht · Downloads
· Hilfe · Impressum
 

2.7 Energie und Klimaschutz

Ziel des Arbeitskreises Energie und Klimaschutz
Ziel:
  • Das Oberziel der Klimaschutzregion Kellerwald-Edersee ist im Rahmen der Nachhaltigkeit zunächst die Umsetzung der Klimabündnis-Selbstverpflich­tung: CO2-Halbierung bis 2010 (Basisjahr 1987)

Teilziele:
  • Überprüfung aller Planungen und Maßnahmen, insbesondere der öffentlich rechtlichen, auf Einhaltung der Nachhaltigkeit (Verschlechterungsverbot)
  • Umweltentlastung durch Energieeinsparung
    Maßnahmen:
    Fortsetzung der Energieberatungen
  • Förderung nachhaltiger Nutzungsformen, regionale Biomasse und regenerativer Energien
    Maßnahmen:
    gezielte Förderung von Energieverbünden und Erzeugergemeinschaften, Unterstützung regenerativer Energienutzung durch die Kommunen, Einrichtung einer Regionalstiftung Klimaschutz, Ermittlung potenzieller Standorte für Biomasseheizwerke, (Wettbewerb BIOREGIO), Einrichtung eines elektronischen Markt- und Informationsplatzes ´Holzenergie´, virtuelle Informationsbörse
  • Überprüfung der Selbstverpflichtung ´CO2-Halbe´ durch regelmäßige Selbstkontrollen
  • Überprüfung aller öffentlich-rechtlichen Planungen insbesondere der kommunalen Bauleitplanung auf Einhaltung des Klimaschutzes (Verbesserungsgebot)
  • weiterentwicklung neuer Technologien
    Maßnahmen: Kompetenzzentrum Holzfachschule: Forschung und Entwicklung, Bau von Biogasanlagen, Raps als Treibstoff, Anbau und Weiterverarbeitung von Hanf
  • Klimaschutz als profilbildendes Merkmal und Imageträger der Region
    Maßnahmen:
    spezifische Bildungs-, Weiterbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Kindergärten, Schulen, bei Handwerk und Gewerbe; Außendarstellung: Bau von Klimaschutzpyramiden
  • Erarbeitung von Effizienzkriterien bei der Fördermittelbemessung
    Maßnahme:
    Programme von Kommunen und Kreisen orientieren sich an der absoluten CO2 -Reduzierung
  • Steigerung der regionalen Wertschöpfung
  • Wirtschaftskreisläufe stärken: Energiehöfe, Herstellung von Rohstoffen
  • Verknüpfung von Klimaschutz und Arbeitsmarkt

Der Arbeitskreis Energie erwartet, dass sich die Region und der Naturpark bei der Auswahl aller Projekte an den Zielen des Klimaschutzes orientieren.

Ende Zitat Arbeitskreis

Die Region Kellerwald-Edersee ist mit dem Beitritt aller Städte und Gemeinden die erste Klimaschutzregion in Deutschland geworden. Es wird das Leitbild verfolgt, die anhaltende Erwärmung der Erdatmosphäre durch CO2-Ausstoß zu verlangsamen. Hierzu ist die Region Kellerwald-Edersee die Selbstverpflichtung eingegangen, den CO2-Ausstoß, der durch Verbrennung fossiler, nicht regenerativer Energieträger (Erdöl, Kohle, Erdgas) entsteht, innerhalb eines Jahrzehntes zu halbieren.

In den Beiträgen zum Klimaschutz kann die Naturparkregion hervorragende Beispiele zur Nachhaltigkeit und klimaneutralen Energiewirtschaft bieten. Diese Qualität kann zusätzlich eine Attraktivitätssteigerung für den Tourismus darstellen und dazu beitragen, dass Urlaubsgäste die gesammelten Erfahrungen im Umgang mit Energie und Klimaschutz in ihren Alltag am Wohn­ort mit übernehmen bzw. übertragen. Somit kommt dem Thema ´Energie und Klimaschutz´ im Zusammenhang mit dem Tourismus eine hohe umwelt- und bildungspolitische Bedeutung zu.

Die Ansätze zur Pflanzenölnutzung durch kommunale Umrüstförderung und die Initiative für Anbau und Vermarktung von Pflanzenöl eröffnen den Einstieg in erneuerbare Energienutzung aus lokalen Wirtschaftskreisläufen im Verkehrsbereich. Auch die Ansätze des Regionalversorgers VEW zum Einsatz von Erdgas für Fahrzeuge sind für den Klimaschutz hilfreich.

Im Hinblick auf die genannten Klimaschutzziele sollten die Klima schonenden Traditionen wahrgenommen und ideell aufgewertet werden. Dies betrifft insbesondere die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Holz und Wasserkraft. Auch damit in Zusammenhang stehende traditionelle Strukturen wie die ´Waldinteressenten´ haben Vorbildcharakter hinsichtlich breiter Eigentumsstreuung, direkter Eigennutzung, flexibler Berufsausübung im Haupt- und Nebenerwerb, Nachhaltigkeit und Selbstverwaltung mit direkter Kontrolle.

Die Möglichkeiten der Restaurierung von Wassermühlen als technische Denkmale im Verbund mit kleinen Turbinen sollten geprüft werden. Die Aspekte des Denkmalschutzes sind dabei neben den Zielen des Klimaschutzes und der Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Fließgewässersysteme für die Gewässerfauna zu berücksichtigen.

Nach überschlägigen Ermittlungen kann der Verbrauch von klimaneutraler Biomasse zur Energieerzeugung 10 –20-fach gesteigert werden durch Einsatz von:

  • Solarenergie
  • Erdwärme
  • Wasserkraft
  • Biomasse (Verwertung zur Wärmegewinnung unter Verwendung der regional gewonnenen und regenerativen Energieträger wie z.B. Holz aus Durchforstungsmaßnahmen, Stroh, Mähgut z.B. aus Grünflächenpflege, Ölsaaten, Abfallgetreide)

Besondere Bedeutung kommt der Brennholznutzung als erneuerbarer Energiequelle für die Wärmegewinnung zu. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg, die Stadt Bad Wildungen und die Gemeinde Bad Zwesten haben mit kommunalen Förderprogrammen der Verdrängung von Brennholz entgegen gewirkt.

Darüber hinaus sind deutliche positive Auswirkungen auf das Klima durch die Verwendung Energie sparender Baumaterialien beim Neubau und bei Renovierung vorhandener Gebäude möglich und sollten entsprechend gefördert werden. Hier ist vor allem der Einsatz von Holz als Baustoff zu nennen.

Daraus ergeben sich zusätzliche positive Effekte:

  • hohe Wertschöpfung in der Region
  • Kosteneinsparung auf der Konsumentenseite
  • Entwicklung eines umweltfreundlichen Tourismus

Die Effekte der Wertschöpfung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen zeichnen sich für mehrere Bereiche ab:

  • Umstellung herkömmlicher Heizungsanlagen auf Biomassever­brauch, insbesondere in dicht bebauten Gebieten mit größeren Gebäudekomplexen und hoher Nutzungsdichte; z.B. Kliniken in Bad Wildungen, Reinhardshausen, Bad Zwesten sowie in gewerblichen Betrieben und in eng bebauten Dorflagen
  • Förderung von land- und forstwirtschaftlichen Arbeitsplätzen durch Verwendung nachwachsender Rohstoffe als Energieträger
  • Umstellung der Energienutzung von fossilen Brennstoffen auf Biomassenbasis auch im Rahmen laufender und künftiger Dorferneuerungsmaßnahmen
  • Errichtung mehrerer dezentraler Energiehöfe in Verbindung mit umweltfreundlicher Verwertung von Biomasse aus der Landwirtschaft und aus der Landschaftspflege, Gehölzschnitt an Straßen sowie Holz aus der Durchforstung; Umwandlung der freigesetzten Wärmeenergie in Strom und Einspeisung in das elektrische Netz bei fehlenden Abnahmemöglichkeiten von Nahwärme bzw. bei starken Schwankungen
  • Die Ausbildung der für diese Aufgaben erforderlichen Handwerker, Holzwirte und Landwirte erfolgt durch die Holzfachschule Bad Wildungen. Dadurch eröffnen sich für das Ausbildungswesen und speziell für Bad Wildungen neue Perspektiven für eine überregionale Ausbildung von Umweltfachleuten. Die Vermittlung von Fachwissen und handwerklichen Fähigkeiten ist auch in Form von Ferienkursen für Verbraucher und Handwerker möglich.
  • Mit der Einrichtung eines Energiemuseums kann die Besonderheit und Einmaligkeit der Region zukunftsweisend dargestellt werden.
  • Ein ´Energiepfad´ kann historische Formen der Energiegewinnung wie Wassermühlen im Wesebach- oder Urfftal, Hammerwerke, Holzkohlenmeiler, aber auch moderne Technologien wie z.B. das Kraftwerk Hemfurth, Windkraftanlagen bei Gilserberg, Solaranlagen auf zahlreichen Dächern, Biogasanlage Bad Zwesten, Hackschnitzelheizwerk und kleines Turbinenlaufwerk in Haina u.ä. einbeziehen. Eine Verknüpfung dieses Ener­giepfades mit dem Braunkohlenmuseum, Besucherstollen und Freilichtmuseum im Raum Borken könnte für beide benachbarte Regionen erhebliche Synergieeffekte bewirken.
  • Mit der Realisierung des Projektes ´Kyramiden´ zur Visualisierung der klimaneutralen Verwendung von Holz sollen die Bemühungen der Naturparkregion zum aktiven Klimaschutz symbolisch dargestellt werden.

   
zurück (Access Key: -)zurück      Seitenanfang      weiterweiter (Access Key: +)